Weihnachtsgottesdienste 2019 und mehr

Heiliger Abend 2019

  • 14.30 Uhr    Gottesdienst in Haus Anima
  • 15.00 Uhr    Familien-Gottesdienst mit Krippenspiel in Holtrup
  • 15.30 Uhr    Familien-Gottesdienst mit Krippenspiel in Möllbergen
  • 16.00 Uhr    Familien-Gottesdienst mit Krippenspiel in Holzhausen
  • 17.00 Uhr    Christvesper in Holtrup
  • 17.30 Uhr    Christvesper in Holzhausen
  • 17.30 Uhr    Christvesper in Möllbergen
  • 23.00 Uhr    Christmette in Holzhausen
  • Offene Tür am Heiligen Abend um 18.45 Uhr im Gemeindehaus Möllbergen für alle, die diesen besonderen Abend in Gemeinschaft verbringen möchten: Abendessen (ganz traditionell mit Kartoffelsalat und Würstchen) und anschließend noch eine stimmungsvolle Runde mit Liedern und Geschichten (eine Anmeldung ist hilfreich).

Und in diesem Jahr blicken wir über unsere Gemeinde hinaus. Die Gemeinden der Region Porta-Süd laden gemeinsam zu den Gottesdiensten an den Feiertagen ein.

1. Weihnachtstag (25. Dezember)

  • 07.00 Uhr    Uchte: DER Gottesdienst am Weihnachts-Morgen in Möllbergen mit ausführlicher Liturgie und Abendmahl in der besonders erleuchteten Kirche (Torsten Willimczik), anschließend Frühstück im Gemeindehaus
  • 10.00 Uhr    Lohfeld (mit Abendmahl, Katharina Kenter-Töns)
  • 10.00 Uhr   Eisbergen (mit Abendmahl, Rainer Schulz)
  • 17.00 Uhr    Veltheim (mit Abendmahl, Armin Backer)

2. Weihnachtstag (26. Dezember)

  • 10.00 Uhr Holzhausen (mit Abendmahl, Katharina Kenter-Töns)
  • 10.00 Uhr Holtrup (mit Abendmahl, Joy de la Cruz)
  • 10.00 Uhr Hausberge (mit Abendmahl, Joachim Schierbaum)

3. Weihnachtstag (27. Dezember)

  • 16.00 Uhr Weihnachtsliedersingen in der Hausberger Kirche

1. Sonntag nach Weihnachten

  • 10.00 Uhr für die Region PW-Süd in Möllbergen (Liturgie: Torsten Willimczik, Predigt: Katharina Kenter-Töns)

Und wer in ganz Deutschland auf der Suche ist, wird hier bestimmt fündig:
http://www.wegweiser-gottesdienst.de/index.html

Wegweiser Gottesdienst (Screenshot 17.12.2016)

Predigt vom 2. Christ-Tag 2016

Predigt-Icon5Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Der Heilige Geist segne unser Reden und Hören. Amen.

Liebe Weihnachtsgemeinde am 2. Feiertag!
„Lügenpresse! Lügenpresse!“ So hallt es seit Monaten über die unterschiedlichsten Plätze in Deutschland. Das Wort ist zum Symbol geworden für die Unzufriedenen in unserem Land; ein Wort, mit dem diejenigen, die es benutzen, für sich in Anspruch nehmen, dass ihre Sicht der Dinge die richtige ist gegen den Augenschein, den die etablierten Medien verbreiten. Ich stehe diesen Rufen einfach nur ratlos gegenüber, weil das, was stattdessen als Wahrheit angenommen wird, oft genug durch nichts verifiziert werden kann. Trotzdem sind die, die da „Lügenpresse“ schreien, von der Richtigkeit ihrer Sichtweise so absolut überzeugt, dass ein Gespräch über Inhalte oft genug nicht möglich ist.

Die Diskussion darüber, was wahr ist und was nicht, ist nicht neu. Denn schon immer gab es Menschen, die versucht haben, Tatsachen zumindest in Ansätzen in die eigene gewünschte Richtung zu lenken. Eine kritische Anfrage an den Wahrheitsgehalt der vorhandenen Informationen ist schon immer nötig gewesen und in Zeiten von Fakenews bei Facebook, Twitter und Whatsapp noch einmal wichtiger geworden.

Aber schon Jesus war sich mit seinen Gegnern nicht darüber einig, was wahr ist. Im Nachtgespräch mit Nikodemus, bei dem wir in der Christvesper Zeugen sein konnten, ging es auch um dieses Thema: Was ist wahr; auf was kann ich mich verlassen in einer Welt, die so undurchschaubar ist, in einer Welt, die von der Finsternis überschattet wird, dass das Wort Kosmos, das Jesus für Welt verwendet, am besten mit Dunkelland oder Finsterwelt widergegeben werden muss. Das Ergebnis dieses nächtlichen Gesprächs war, dass die Wahrheit im Licht der Liebe Gottes zu finden ist: in der tragenden Gewissheit des „Fürchte dich nicht!“ der Heiligen Nacht, weil Gott diese Welt trotz allem so sehr liebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben und die Welt, diese Finsterwelt, durch ihn gerettet würde.

Und auch später, wenn Jesus vor Pilatus steht, und der zwischen den Antworten Jesu und den Sprechchören der tobenden Menge ein Urteil fällen soll, steht die Frage im Raum – von Pilatus selbst gestellt: „Was ist Wahrheit?“ Und Pilatus kann sich nicht entscheiden. Für die Menschen der damaligen Zeit war es eindeutig: Eine Aussage ist wahr, wenn sie von zwei Menschen unabhängig voneinander bezeugt wird. Wie wahr und glaubwürdig solche Bezeugungen waren, kann man im 1. Königebuch, im 21. Kapitel nachlesen, wo Nabot, dem der Weinberg neben König Ahabs Palast gehörte, der gebeugten Wahrheit von zwei falschen Zeugen zum Opfer fällt.

Dieser traditionellen Sicht auf die Feststellung von Wahrheit widerspricht Jesus. Denn, um seine Mission zu beurteilen, braucht es mehr als nur eine Bestätigung durch einen Zweiten. Das Hintergrundwissen um seine Sendung – woher er kommt und wohin er geht – dieses Hintergrundwissen fehlt seinen Kritikern. Sie wissen eben nicht um das „Woher und wohin“ Jesu, von seinem Weg von der himmlischen Herrlichkeit hinunter in die Finsterwelt, um danach wieder in die Herrlichkeit Gottes im Himmel zurückzukehren.

Wollen seine Gegner das nicht erkennen oder können sie es nicht? Es muss offen bleiben. Entscheidend allerdings ist, dass Jesus nur richtig verstanden werden kann, wenn dieses „Woher und wohin“ – Jesu Weg vom Vater zum Vater erkannt wird. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn Jesus seinen Diskussionspartnern sehr eindeutig sagen muss, dass ihre Sicht auf Jesus nicht funktioniert, nicht funktionieren kann. Denn ihr Urteil, ihre Auffassung von Jesus folgt nicht den Maßstäben, die nötig wären, es zu erfassen.

Wollte man es weihnachtlich formulieren: Sie waren nicht dabei, als Maria vom Engel die Schwangerschaft angekündigt wurde und Joseph von diesem Engel dazu gebracht wurde, zu Maria zu stehen; die Gegner Jesu haben Maria nicht durch den Dornwald begleitet und haben den Weg von Maria und Joseph nach Bethlehem nicht mitgemacht, sie haben auch nicht mit den Hirten die Botschaft des Engels empfangen oder den Chor der himmlischen Heerscharen vernommen; sie haben nicht mit den Weisen aus dem Morgenland an der Krippe gekniet, weil die den Stern gesehen hatten und diesem bis zu dem Stall gefolgt waren.

Das Urteil der Diskussionspartner Jesu, so lässt der Evangelist Johannes Jesus sagen, ist nach dem Fleisch entstanden, nach menschlichen Maßstäben: nach menschlichem Recht, nach menschlichem Ermessen, nach den Gesetzmäßigkeiten der Naturwissenschaften, nach einem Verständnis von Wahrheit, das sich auf historisch nachweisbare Fakten wie Unterschriften und Fotos stützt. Das Urteil der Diskussionspartner Jesu lässt außer acht, dass es neben diesen Formen von Wirklichkeit und Wahrheit auch noch anderes gibt.

Das gibt Jesus seinen Gesprächspartnern schließlich zu bedenken: „Ihr richtet nach dem Fleisch, menschlich, ganz überspitzt gesagt: »Es ist euer Bauchgefühl, nach dem ihr über mich urteilt.« Ich aber komme aus dieser ganz anderen Wirklichkeit und Wahrheit, die ganz anderen Regeln folgt. Und der alles entscheidende Maßstab dafür ist die Übereinstimmung mit meinem himmlischen Vater. Davon ist meine Sicht auf die Welt und die Menschen in dieser Welt geprägt. Und das bedeutet: Mein Urteil ist wahr, richtig und gerecht. Es ist in Gottes Sinn gerecht, der will, dass alle Menschen gerettet werden. Und er, Gott, hat dafür den Schritt getan, der für einen Gott unvorstellbar ist und der für Menschen der Natürlichste wäre: Er wurde Mensch – ganz und gar: von einer Frau geboren, in Windeln gewickelt und später mit allem bedacht, was menschlich ist, bis in den Tod. Warum fällt es den Menschen, nur so schwer, wahrhaft menschlich zu sein? Warum stellt ihr eure menschlichen Maßstäbe über Gottes Recht und Gerechtigkeit? Warum messt ihr eurer historisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnis und eurem Bauchgefühl größeres Recht zu als Gottes Wirklichkeit? Ein einziger anbetender Schritt hin zum Kind in der Krippe, das selbst ganz schnell zum Flüchtling wurde, würde euch diese Wirklichkeit eröffnen! Macht es wie Gott und werdet Mensch!“

Aber was hatte Jesus überhaupt gesagt, dass ihm die Glaubwürdigkeit und Wahrheit seiner Worte abgesprochen wurden? Er hatte schlicht sein Licht nicht unter den Scheffel gestellt, sondern es in seinen Worten aufleuchten lassen: „Ich bin das Licht der Welt,“ hatte er gesagt, „wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Auch in Zeiten wie unseren heute, in denen wir nicht sicher sein können, ob nicht die Finsterwelt und das Dunkelland den Sieg davontragen werden, wenn einfache Wahrheiten als dumpfes Bauchgefühl entstehen und sich in Gewalt und Abschottung einen Weg zu bahnen versuchen, wenn der Hass die Liebe und die Mitmenschlichkeit zu überwinden versucht – auch in Zeiten wie unseren heute hat Jesus sein Wort zum Leuchtfeuer gemacht – zum Zeichen des Lebens, das uns trotz aller Dunkelheit scheint, das nicht von der Dunkelheit ergriffen werden kann.

„Ich bin das Licht der Welt!“ sagt Jesus Christus. Es ist so bezeichnend, dass es seit 1986 auch als Symbol, als das Zeichen „Friedenslicht von Bethlehem“ in die ganze Welt hinaus geht. Aus einer Idee des Österreichischen Rundfunks ist ein moderner Weihnachtsbrauch geworden, der inzwischen auch in Ostwestfalen Einzug gehalten hat. Und auch in diesem Jahr steht hier das Friedenslicht aus Bethlehem – nicht grell strahlend wie ein lichtstarker Scheinwerfer, der alles optisch platt macht – das haben uns die KU3-Kinder am Heiligen Abend beim Krippenspiel so deutlich vor Augen geführt – sondern mit einer kleinen und zarten Flamme, die alles in ein weiches, menschliches Licht taucht.

Das „Friedenslicht von Bethlehem“ wird von einem Kind in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Betlehem entzündet und dann per Flugzeug nach Wien gebracht. Von dort aus wird es nach einem Aussendungsgottesdienst weiter auf den Weg geschickt. Seit 1989 wird es durch die Pfadfinder in ganz Europa verteilt, manchmal auch ganz gezielt an einzelne Personen des öffentlichen Lebens, um die Bedeutung des Friedens für die Menschen deutlich zu machen. Und so stand es zum Beispiel im Advent 2001 auch am Ground Zero in New York. So steht es in diesem wie im vergangenen Jahr bestimmt auch an vielen Stellen in Deutschland, wo Flüchtlinge einen Lichtblick des Lebens tun können.

„Ich bin das Licht der Welt,“ hatte Jesus gesagt, „wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Aus der Sicht des 20. Jahrhunderts hat der Theologe und Friedensaktivist Helmut Gollwitzer die Worte Jesu neu gefasst, die die ganze Wahrheit göttlicher Gerechtigkeit und Liebe umfassen. Er schrieb die folgenden Worte: „Nichts ist gleichgültig. Ich bin nicht gleichgültig. Alles, was wir tun, hat unendliche Perspektiven, – Folgen bis in die Ewigkeit; es hört nichts auf. Es bleibt nichts vergessen. Es kommt alles noch einmal zu Sprache. Wir kommen aus Licht und wir gehen in Licht. Wir sind geliebter, als wir wissen …“
Amen.

„Das Zitat von Helmut Gollwitzer stammt aus dem „Theologiekalender 2016“ der Edition Glaubenssachen (www.edition-glaubenssachen.de).