Strukturveränderungen in Porta-Süd

Neue Perspektiven für unsere Gemeinde und in der Region

Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert: In der Gesellschaft ebenso wie in Kirche. Manches ist deutlich sichtbar vor sich gegangen, anderes hat sich eher im Stillen ereignet. Dass im kirchlichen Bereich – besonders auch in unserer westfälischen Kirche – die Finanzen zurück gegangen sind, wissen inzwischen viele Menschen. Dass unser Kirchenkreis Vlotho ebenso wie unsere Landeskirche (EKvW) vor allem wegen des Sterbeüberhangs (weitaus mehr Sterbefälle als Geburten) in den letzten 30 Jahren ungefähr ein Drittel der Gemeindeglieder verloren hat, wissen dagegen nur wenige.

So ist in den letzten Jahren deutlich geworden: Es muss sich nicht nur ein bisschen, sondern es muss sich vieles ändern, damit die Kirche weiterhin tun kann, was sie tun soll: Gottes Wort verkündigen, von der Liebe Gottes zu den Menschen sprechen und den Menschen in Freude und Leid zur Seite stehen.
Lange hat es so ausgesehen, als ob unsere Region Porta-Süd noch etwas Zeit hätte, bis die Veränderungen auch bei uns ankommen. Doch dann ging alles etwas schneller. Vor etwas über einem Jahr wurde die Pfarrstelle in Hausberge vakant, ungefähr zur gleichen Zeit wurde deutlich, dass sich der Uffelner Pfarrbezirk von Holtrup trennen wollte, um sich nach Vlotho zu orientieren. Damit war auch in unserer Region die Frage nach der zukünftigen Struktur von Kirche eröffnet.

Es hat im Laufe der Zeit auf unterschiedlichen Ebenen Gespräche gegeben, bei denen sehr schnell deutlich wurde: 1. müssen Lösungen gesucht werden, die möglichst lange tragfähig sind; 2. sollen alle bisherigen sieben Predigtstätten erhalten bleiben; und 3. sollte die Arbeit für die Pastoren möglichst gleichmäßig verteilt werden, was die Zahlen der Gemeindeglieder betrifft (das wären ca. 2800 pro Pastor).

Die Gespräche haben inzwischen zu Ergebnissen geführt, die in unserer Gemeinde auch schon in der Gemeindeversammlung an Himmelfahrt vorgestellt worden sind.
Die Kirchengemeinde Hausberge ist eine pfarramtliche Verbindung mit der Kirchengemeinde Veltheim eingegangen. Das bedeutet, dass der Veltheimer Pastor ab 1. Juni in der Kirchengemeinde Hausberge mitarbeitet. Gestern, am 1. Juni habe ich erfahren, dass Pastor Voigt zum 1.11.2007 in den Ruhestand gehen wird.

Für den Holtruper Gemeindebezirk und unsere Gemeinde hat sich auch eine Lösung herauskristallisiert. Unsere Gemeinde wird den Holtruper Gemeindebezirk aufnehmen und so zu einer Gemeinde werden, die dann aus drei Gemeindebezirken besteht: 1. Holzhausen und Costedt, 2. Möllbergen und Vennebeckerbruch und 3. Holtrup und Vennebeck. Aufgrund der Gemeindegliederzahlen (Holtrup: ca.1400; Möllbergen: ca.1400) ist eine solche Vereinigung allerdings nur sinnvoll, wenn auf Dauer die größer gewordene Gemeinde nur noch zwei Pastoren hat, wobei einer für Holzhausen und Costedt zuständig sein wird, der andere für Holtrup/Vennebeck und Möllbergen. Für eine Übergangszeit von 3-5 Jahren können es wie bisher drei Pastoren sein, dann aber soll sich einer eine neue Aufgabe innerhalb der Kirche gesucht haben. Es ist völlig offen, wer gehen wird, jeder Pastor hat die Freiheit dazu.

Mit der Eingliederung in unsere Gemeinde verliert der Holtruper Gemeindebezirk seine Eigenständigkeit. Das ist ein großer Schritt. Bei den Beratungen war den Presbyterien deshalb auch wichtig, dass Traditionen, die schon viele hundert Jahre alt sind, nicht einfach so zu Ende sein sollten. Dies bedeutet, dass der Name Holtrup durch die Vereinigung mit unserer Kirchengemeinde nicht völlig verschwinden sollte. Die Presbyterien haben sich deshalb auf folgenden Namen geeinigt, den die erweiterte Kirchengemeinde tragen soll: „Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Holzhausen und Holtrup an der Porta“.

Auch wie der neue Pfarrbezirk im Presbyterium vertreten sein sollte, musste geklärt werden. Im Februar 2008 sind die nächsten Presbyteriumswahlen. Ab dieser nächsten Wahlperiode sollen die drei Gemeindebezirke folgendermaßen im Presbyterium vertreten sein: Holzhausen mit 6 Presbyterinnen und Presbytern, Holtrup mit 4 und Möllbergen ebenfalls mit 4. Dies spiegelt am ehesten die Größe der Gemeindebezirke wieder, ohne dass das Presbyterium zu groß wird.

Schließlich soll die Grenze der erweiterten Kirchegemeinde an die kommunale Grenze zwischen Porta Westfalica und Vlotho angeglichen werden. Die Möllberger Gemeindeglieder, die im Bereich der Stadt Vlotho wohnen, werden dann zu Uffeln gehören, können aber umgehend eine Antrag auf Gemeindegliedschaft in Möllbergen stellen. Mit vielen ist das schon besprochen.

Wenn die Kirchenleitung der Landeskirche den entsprechenden Urkundenentwurf beschließt, wird alles zum 1. September diesen Jahres rechtskräftig. Erreicht wird durch diese Veränderungen, dass „die Kirche im Dorf bleibt“ und wir auch in Zukunft eine Kirche und eine Gemeinde sein können, in der Gottes Wort verkündigt und Gottes Liebe den Menschen nahe gebracht wird. Denn dazu hat uns Jesus Christus beauftragt.

Geposted am