Predigtspiel beim Vorstellungsgottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti

Schriftlesung und Halleluja

Lektor: Lesung aus dem Johannesevangelium im 20. Kapitel.

19 Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. 21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
Halleluja. Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Halleluja. Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. (Psalm 126,3; Lukas 24,6.34)

Lied 604,1-3 „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“

Predigtspiel zu Johannes 20,24-29

Erzähler/in geht zunächst auf die Kanzel. Die Jünger stehen vor dem Altar.

Erzähler/in: Liebe Gemeinde!
Das war damals schon ein besonderes Erlebnis, als die Jünger plötzlich Jesus vor sich sahen. Nach dieser Begegnung unterhielten sie sich natürlich noch darüber. Hören wir doch einmal, was sie sagen:

Jünger 1: Das war unglaublich! Wir hatten doch alle Eingänge verschlossen. Und plötzlich stand er da.

Jünger 2: Ich habe noch nie einen so großen Schreck bekommen. Und erkannt habe ich Jesus auch nicht sofort.

Jünger 3: Ja, er war so ganz anders als vorher. Aber als Jesus uns gegrüßt hat, mit seinem „Friede sei mit euch!“, da wusste ich es
auch: Das ist Jesus. Er ist wahrhaftig auferstanden.

Erzähler/in: Einer von den zwölf Jüngern ist Thomas, der auch ‚Zwilling‘ genannt wird. Der war nicht dabei, als Jesus kam. Gerade jetzt kommt er auch dazu und wird von den anderen begrüßt.

Thomas kommt dazu.

Jünger 4: Thomas, du hast ‘was verpasst. Stell dir vor: Wir haben den Herrn gesehen. Er ist wirklich auferstanden.

Thomas: Das kann ich nicht glauben!

Jünger 3: Doch. Er war hier. Mitten unter uns.

Jünger 2: Und er hat zu uns gesprochen.

Thomas: Ihr spinnt doch. Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich das nicht glauben.

Jünger 1: Ach Thomas, du glaubst auch nie etwas.

Jünger 4: Du kannst uns doch vertrauen.

Jünger 2: Es sollte mich nicht wundern, wenn sie dich später einmal den „Unglaubigen Thomas“ nennen werden.

Die Jünger gehen auseinander; treten ein paar Schritte zurück.
So bleibt Thomas alleine stehen. Erzähler/in kommt zu ihm.

Erzähler/in: Lieber Thomas. Das bist du ja dann auch geworden. Noch heute, 2000 Jahre später reden die Menschen vom „Ungläubigen Thomas“.

Thomas: Aber das war ich doch gar nicht. Ich konnte es mir einfach nur nicht vorstellen. Wie ist das denn bei euch 2000 Jahre später?

Erzähler/in: Du hast recht. Viele Menschen sagen auch heute: Ich kann das nicht glauben. Es gibt ja keine Fotos oder andere Beweismittel aus der Zeit damals.

Thomas: Und selbst wenn es sie gäbe: Reine historische Wahrheiten machen doch noch keinen Glauben an Gott und Jesus Christus aus. Glaube entsteht doch ganz anders.

Jünger 2+3 kommen wieder dazu.

Jünger 2: Da hast du recht, Thomas. Wir haben zuerst ja auch nur das geglaubt, was wir gesehen hatten. Und das war: Jesus war tot – am Kreuz gestorben.

Jünger 3: Mit diesem Wissen hatten wir uns eingeschlossen, regelrecht verbarrikadiert. Nichts sollte von außen an uns heran kommen, kein Mensch und auch keine andere Wirklichkeit.

Jünger 2: Eben auch kein auferstandener Jesus. Wir hatten uns hinter Holztüren verbarrikadiert. Die Menschen heute schotten sich hinter der Behauptung ab, das alles sei historisch nicht nachzuweisen. Dass sie dann mit dem Glauben Schwierigkeiten haben, ist klar.

Thomas: Und außerdem war die Geschichte ja noch nicht zuende.

Erzähler/in geht auf die Kanzel zurück. Jünger 1+4 kommen wieder dazu.

Erzähler/in: Ja, denn nach acht Tagen waren die Jünger Jesu wieder im Haus versammelt und diesmal war Thomas bei ihnen. Wieder waren alle Türen verschlossen. Wieder kommt Jesus.

Jesus kommt.

Jesus: Friede sei mit euch!

Erzähler/in: Danach wendet er sich an Thomas:

Jesus: Thomas, reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Thomas: Mein Herr und mein Gott!

Jesus: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!Jesus geht wieder auf seinen Platz.

Erzähler/in: Dann ist Jesus wieder weg. So plötzlich wie er gekommen war, ist er wieder verschwunden. Für die Jünger ist natürlich auch diese Erscheinung unerschöpflicher Gesprächsstoff.

Jünger 1: Siehtst du, Thomas. Jetzt hast du es selber erlebt.

Jünger 2: Jesus kommt auch durch unsere Verbarrikadierung zu uns.

Thomas: Ja, das war so eindrücklich, dass ich meinen Beweis gar nicht mehr brauchte. Aber was wird jetzt?

Jünger 4: Das weiß noch keiner von uns. Wir wissen nur dieses eine: Jesus ist nicht mehr tot am Kreuz, sondern er ist da. Hier bei uns.

Jünger 3: Sichtbar oder unsichtbar. Habt ihr das nicht auch gespürt: Wie bei seinem Gruß „Friede sei mit euch!“ die Aufregung und die Angst plötzlich weg waren?

Jünger 2: Ja, mir ist es ebenso gegangen. Nach diesem Gruß spüre ich ganz viel Zuversicht für mein Leben, auch wenn ich weiß: Da kommt bestimmt auch Schwieriges auf mich zu.

Jünger 1: Du hast recht. So wie eine Lebensversicherung ist das bestimmt nicht. Aber vieles wird leichter, wenn wir wissen: Gott ist da, wir sind nicht allein.

Thomas: Bestimmt. Und wenn wir uns gegenseitig immer wieder daran erinnern, was wir heute und die ganze Zeit über mit Jesus erlebt haben, dann wird uns das auch helfen.

Erzähler/in geht von der Kanzel zu Thomas.

Erzähler/in: So endet die Geschichte vom sogenannten „Ungläubigen Thomas“. Später bist du wie alle anderen Jünger losgezogen und hast an vielen Orten von Jesus erzählt und Menschen zum christlichen Glauben gebracht. Also warst du eben doch kein „Ungläubiger Thomas“.

Thomas: Nein, natürlich nicht. Ich musste Jesus nur erst an mich heran lassen. Ich musste erst erfassen: Was ich mit meinen Augen gesehen hatte, dass Jesus tot war, das war nur ein Teil der Wirklichkeit.

Jünger 1: Bis in eure Zeit hinein haben das Menschen auch immer wieder erfahren. Sie haben den auferstandenen Jesus nur nicht leibhaft gesehen, so wie wir damals.

Jünger 2: Aber auch für die Menschen bei euch gilt, was Jesus dem Thomas gesagt hat: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Jünger 4: Denn immer wieder merken Menschen: Ich habe mein Leben nicht nur für mich. Mein Leben hat etwas mit diesem Jesus von Nazareth zu tun. Plötzlich wissen sie nicht nur: Gott könnte vielleicht irgendwie irgendetwas mit mir vor haben oder auch nicht. Plötzlich wissen sie: Das ist mein Ding! Jesus Christus will, dass ich genau dieses eine in meinem Leben tue.

Jünger 3: Das muss aber nichts Spektakuläres sein. Wir müssen kein Martin Luther oder Dietrich Bonhoeffer werden und große Heldentaten des Glaubens vollbringen.

Jünger 2: Nein, aber wir sollen und können das tun, was Jesus auch immer getan hat: Gott in unserem Leben wichtig sein lassen.

Jünger 1: So hat er selbst gesagt: Wir sollen Gott, den Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und unseren Nächsten wie uns selbst.

Thomas: Das einzige, was es dazu braucht ist: Entschiedenheit.

Jünger 1: Auch Ihr, im Jahr 2006, müsst es nicht nur irgendwie wollen, sondern auch tun.

Jünger 3: Kein „hätte, wenn und aber“;

Jünger 4: kein „ja, morgen vielleicht“.

Jünger 2: Sondern: Heute, jetzt.

Erzähler/in: Dass ihr das schafft, dafür sagen wir im Namen Jesu:

Jünger 1-4, Thomas, Erzähler/in: Friede sei mit euch. Amen.

Alle ab.

Lied 604,4-5 „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“

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