Predigtspiel beim Familiengottesdienst am Pfingstmontag

Schriftlesung und Halleluja
Lektor: Die Lesung für den Pfingst-Montag steht in der Apostelgeschichte im 1. Kapitel und im Matthäus-Evangelium im 28. Kapitel.
Jesus sprach zu den Jüngern: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Halleluja. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen,
und du machst neu die Gestalt der Erde. Halleluja.
Komm, Heiliger Geist, erfüll‘ die Herzen deiner Gläubigen
und entzünd‘ in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe.
Halleluja.

Lied „Hallelu, Hallelu“ mit Gitarre

Predigtspiel über Apostelgeschichte 8,26-39

Erzählerin: (steht auf der Kanzel) Jesus hatte den Jüngerinnen und Jüngern ein Doppeltes gegeben: einen Auftrag – Zeugen zu sein bis an die Enden der Erde – und dazu seinen Segen durch den Heiligen Geist. Dann war das Pfingstfest gekommen und Gott hatte die Jünger mit dem Heiligen Geist erfüllt und sie hatten angefangen zu predigen.
Ein Jünger bekam einige Zeit nach Pfingsten einen ganz besonderen Auftrag – Es war Philippus. (Philippus steht auf und stellt sich vor den Altar.) Ihm erschien ein Engel und forderte ihn auf: „Geh in Richtung Süden, und zwar auf die einsame Straße, die von Jerusalem nach Gaza führt.“ Und Philippus machte sich sofort auf den Weg. (Philippus geht langsam zum Pfeiler auf der Kanzelseite und wartet auf den Wagen des Kämmerers.)
Zur selben Zeit war auf dieser Straße auch ein Mann aus Äthiopien mit seinem Wagen unterwegs. Er war ein Hofbeamter der Königin von Äthiopien, die den Titel Kandake führte, und verwaltete ihr Vermögen. Als Pilger hatte er im Vorhof der Heiden im Jerusalemer Tempel Gott angebetet.
(Von der Eingangstür her kommt der Kämmerer in seinem Wagen an der Orgel vorbei.)
Nun kehrte er von Jerusalem zurück, um nach Hause zu fahren. Wie viele anderen Menschen hatte auch er sich ein Andenken an seinen Besuch beim Tempel gekauft: Eine Schriftrolle mit dem Buch des Propheten Jesaja. In dieser Rolle las er nun während der Fahrt.
Da sprach der Heilige Geist zu Philippus: „Geh zu diesem Wagen, und bleib in seiner Nähe.“ Und Philippus lief hin und hörte, dass der Mann laut aus dem Buch Jesaja las. (Wenn der Wagen an Philippus vorbei kommt, geht der neben dem Wagen her. An der Kanzel hält der Wagen an.)

Philippus: Verstehst du eigentlich, was du da liest?

Kämmerer: Nein, ich kann zwar Hebräisch lesen und erkenne die Worte, aber wie soll ich denn den Inhalt verstehen, wenn mir den niemand erklärt!

Philippus: Da hast du recht. Nur die Worte zu lesen, reicht oft nicht aus. Nur Buchstaben helfen nicht weiter.

Kämmerer: Sag mal, wo du gerade hier bist. Kennst du dich mit diesen Schriften aus? Ich habe diesen weiten Weg von Äthiopien bis hierher nach Jerusalem gemacht, weil ich glaube, dass dieser Gott allen Menschen etwas zu sagen hat. Und es wäre doch schade, wenn ich nach Hause komme und nichts verstanden hätte.

Philippus: Gerne. Ich kann ja neben deinem Wagen her gehen und dann können wir uns gut unterhalten. An welcher Stelle bist du gerade?

Kämmerer: Eben habe ich diese Sätze gelesen: „Wie ein Schaf, das geschlachtet werden soll, hat man ihn abgeführt. Und wie ein Lamm, das sich nicht wehrt, wenn es geschoren wird, hat er alles widerspruchslos ertragen. Er wurde gedemütigt, nicht einmal ein gerechtes Urteil war er seinen Peinigern wert. Niemand glaubte, dass er noch eine Zukunft haben würde. Denn man hat sein Leben auf dieser Erde vernichtet.“ Von wem spricht hier der Prophet? Von sich selbst oder von einem anderen?

Philippus: Das ist eine ganz besondere Stelle und viele Menschen haben sich den Kopf zerbrochen, wer mit diesen Worten gemeint ist. Manche sagen: es ist der Prophet selbst; mache sagen: es ist das Volk Israel; es gibt aber auch jemanden, auf den diese Worte ganz besonders gut passen: Das ist Jesus von Nazareth. Und von ihm möchte ich dir gerne erzählen.

Kämmerer: Ich bin sehr gespannt von ihm zu hören, denn auf der einen Seite hört sich das sehr traurig an, was Jesaja sagt. Und auf der anderen Seite klingt es so, als ob das nicht das Ende wäre und sich alles zum Guten wendet.

Philippus: Du hast recht. Angefangen hat alles mit der Geburt von Jesus in einem Stall Bethlehem. Ganz arm und klein kam er zur Welt und doch sangen die Engel von seiner Geburt. Hirten kamen und Könige, weil sie seinen Stern hatten aufgehen sehen. Später hat Jesus dann als Erwachsener allen Menschen davon erzählt, wie sehr Gott sich um die Menschen sorgt, wie lieb er sie hat. Und wie schade es ist, dass sie nicht auf ihn hören wollen. Der eigene Vorteil ist den Menschen wichtiger als Gott und der Mensch in Not neben ihm.
Jesus hat Menschen von Krankheit geheilt und ihnen die Schuld vergeben, die ihre Seelen bedrückte. Plötzlich konnten sie wieder aufrecht gehen, weil sie wussten: Gott lässt mich neu mit meinem Leben anfangen. Viele Geschichten gibt es dazu.
Manchen hat das nicht gepasst. Sie fühlten sich angegriffen. Und so kam es dann in Jerusalem zum großen Streit. Der endete damit, dass Jesus sterben musste. Eine traurige Geschichte, ja. Darauf bezieht sich ja der Vers aus Jesaja, den du mir eben vorgelesen hast.
Und du hast recht, es geht noch weiter: Der Tod hatte nicht das letzte Wort. Auch wenn es kaum zu glauben ist: Gott hat Jesus auferweckt! Wir haben ihn selbst gesehen.
Für Jesus hatte sein Tod eine ganz besondere Bedeutung: Wenn er sein leben gibt, gibt er es für uns. Auch wenn wir uns immer wieder von Gott abwenden, hält er uns die Tür zu Gott offen. Es gibt keinen Moment und keinen Ort, wo er nicht ist. Gott ist durch Jesus immer und überall bei uns. Gott ist durch den Heiligen Geist immer ganz nahe bei uns, auch wenn wir ihn nicht spüren.

Lied 568 „Wind kannst du nicht sehen“

Erzählerin: Lange hatten sie miteinander geredet. Der Äthiopier konnte gar nicht genug von Jesus hören. Und Philippus erzählte und erzählte. Da fuhren sie an einer Wasserstelle vorbei.
(Der Wagen fährt bis zum Taufstein.)

Kämmerer: Dort ist Wasser! Spricht etwas dagegen, dass ich jetzt gleich getauft werde?

Erzählerin: Er ließ den Wagen halten. Gemeinsam stiegen sie ins Wasser. (Beide stellen sich an das Taufbecken.) Und Philippus taufte ihn. (Philippus tut so, als ob er dem Kämmerer Wasser über den Kopf gießt. Dann steigt der Kämmerer wieder in seinen Wagen ein. Philippus „verschwindet“.)
Nachdem sie aus dem Wasser gestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus. Der Äthiopier konnte ihn einfach nicht mehr sehen. Das war aber auch gar nicht schlimm, denn in ihm war alles ganz anders geworden: zuerst durch das lange Gespräch mit Philippus: Da hatte er schon geahnt, dass dieser Jesus Christus ein ganz besonderes Geschenk für ihn sein würde. Und dann war da noch die Taufe gewesen: Er fühlte sich wie neugeboren. Es war aber nicht nur das Wasser, das ihn an diesem heißen Tag erfrischt hatte. Es war eine Zufriedenheit in sein Herz eingezogen, die er vorher nie gekannt hatte. Tief in sich drinnen fühlte er es:

Kämmerer: Durch die Taufe gehöre ich zu Jesus und damit zu Gott, durch Jesus bin ich nicht alleine – in guten und in schlechten Zeiten. Auch wenn in Äthiopien noch niemand an ihn glaubt, aber das kann sich ja ändern.

Erzählerin: Und so reiste er mit frohem Herzen weiter nach Hause. In Äthiopien entstand eine der frühesten christlichen Kirchen.
Und Philippus?
Philippus wurde danach in Aschdod gesehen, ganz weit weg. Von dort aus zog er von Stadt zu Stadt und predigte überall die frohe Botschaft von Jesus, sogar im entfernten Cäsarea.
Und schließlich kam sie über viele, viele Stationen und Generationen auch bis zu uns nach Möllbergen: Durch die Taufe gehöre ich zu Jesus und damit zu Gott, durch Jesus bin ich nicht alleine – in guten und in schlechten Zeiten. Amen.

Lied 648 „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“

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