Impuls für den 1. Weihnachtstag – 25. Dezember 2020

  • Tagesspruch: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.
    (Johannes 1,1a)
  • Wochenlieder:
    Gelobet seist du, Jesu Christ (EG 23)
    Herbei, o ihr Gläubigen (EG 45)
  • Wochenpsalm: Psalm 96,1-3.7-13 (siehe auch EG 741)
  • Evangelium: Johannes 1,1-5.9-14(16-18) „Das Wort“
  • Brief-Lesung (= Predigttext): 1. Johannes 3,1-2(3-5) „Die Herrlichkeit der Gotteskindschaft“

„Mach es wie Gott – werde Mensch.“ – Seit vielen Jahren wandert dieser Spruch durch die Weihnachtszeit und bringt das Geschehen von Weihnachten genau auf den Punkt. Denn wir feiern Weihnachten, weil Gott Mensch wurde und das nicht bei einem einmaligen Ereignis vor etwa zweitausend Jahren stehen bleibt.

Weihnachten – das ist nicht eine rückwärtsgewandte rührselige Stimmung, mit der wir uns in die angeblich „heile Welt“ unserer Kindheit zurückträumen, die es aber so nie gegeben hat. Aber in unserer mehr oder weniger weit zurückliegenden Kindheit war nicht alles gut und schön und viele Menschen haben Sorgen gehabt, die den Sorgen von uns heute in nichts nachstehen. Unsere Kinderwelt von damals war vielleicht heil, die Welt als ganze bestimmt nicht.

Und ebenso ist es zur Zeit der Geburt Jesu gewesen. Unser heutiges Bild von Weihnachten wird mit der Situation von Maria und Joseph und ihrem Kind nicht das Mindeste zu tun gehabt haben. Dazu war die Situation im damaligen Judäa und Galiläa mit der römischen Besatzung viel zu schwierig.

„Mach es wie Gott – werde Mensch.“ Dieser Spruch erinnert uns daran, dass wir Weihnachten feiern, weil Gott Mensch wurde und dies Auswirkungen auf uns selbst haben soll, ja haben muss: Wir sollen Menschen im Sinn Gottes sein.

Was es mit diesem Menschsein im Sinn Gottes auf sich hat, das hat Jesus sichtbar und erfahrbar gemacht. Er lebte und forderte eine radikale Hinwendung zu Gott und damit zu den Menschen. „Gott dienen und dem nächsten wie sich selbst.“ Auf diese kurze Formel hat er es mit seiner Antwort auf die Frage nach dem höchsten Gebot gebracht.

Diese Radikalität Jesu widerspricht allen Radikalitäten, die wir auch und gerade in unserer Zeit erleben: wenn Menschen sich radikalisieren und im Namen eines Gottes oder im Namen einer Idee oder Ideologie meinen, andere Menschen ausschließen oder gar umbringen zu dürfen.

Der Radikalität der Hinwendung zu Gott bei Jesus entspricht dagegen eine radikale, liebevolle Hinwendung zu den Menschen. Das ist der Grundton der Verkündigung Jesu: Er wendet sich den Menschen zu, die in den Augen der übrigen Welt diese Zuwendung nicht verdient gehabt hätten, die aus unterschiedlichsten Gründen außerhalb der damaligen Gesellschaft gestanden haben. In diesen Menschen kommt Jesus selbst uns nahe.

Es ist diese liebevolle Hinwendung zu den Menschen, die Jesus und das junge Christentum so interessant machte. Die Kraft zu dieser Lebenshaltung hatten sie aus der tiefen Erfahrung, die auch den ganzen 1. Johannesbrief prägt, der wie Jesus die Liebe Gottes zu den Menschen und die Liebe der Menschen zu Gott in den Mittelpunkt stellt.

Am Anfang des 3. Kapitels seines Briefes, dem Predigttext für den 1. Weihnachtsfeiertag in diesem Jahr, lässt er uns einen ganz tiefen Blick in die Seelenlage der ersten Christen tun. Er offenbart uns damit den Glaubensgrund, der die radikale Liebe der ersten Christen möglich gemacht hat: Sie wussten sich selbst von der elterlichen Liebe Gottes geliebt. Sie erwarteten von ihm her ihre Zukunft – in einem unerschütterlichen Vertrauen, wie es nur Kindern möglich ist. Dass ihr Leben immer auch gefährdet war, war ihnen trotzdem klar. Ihr Vertrauen gab ihnen die Kraft, das alles zu bestehen.

„Mach es wie Gott – werde Mensch.“ – Ich möchte den Spruch ein wenig abwandeln und das Wort „Mensch“ durch das Wort „Kind“ ersetzen. „Mach es wie Gott, werde Kind – Gottes Kind.“ Das spiegelt zum Einen die Schutzbedürftigkeit, die unserem Leben ganz grundsätzlich zu eigen ist und die wir in dieser Zeit besonders erfahren. Zum Zweiten spiegelt diese Änderung das unerschütterlichen Vertrauensverhältnis, das zwischen guten Eltern und ihrem Kind besteht. Und zum dritten kommt die Hinwendung zur Zukunft zum Tragen, die Kindern zueigen ist. Sie sehen, weil sie sich von ihren Eltern geliebt wissen, voller Zuversicht auf das, was kommt.

„Werdet, seid und bleibt Gottes Kinder.“ Das wünsche ich Euch allen an diesem Weihnachtsfest besonders auch nach einem Jahr, das von so großer Verunsicherung geprägt war! Denn von Gott her kommt die Liebe auf uns zu und lässt uns leben!

Gesegnete und frohe Weihnachten

Euch allen in der Ferne und in der Nähe: ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest!

Auf der Seite unserer Gemeinde gibt es ein einige Alternativen und weitere Hinweise: https://kirche-holzhausen-moellbergen-holtrup.ekvw.de/aktuelles/weihnachten-2020/

Gottesdienst am 5. Januar 2020

Am (morgigen) Sonntag begehen wir schon einen Tag vor dem offiziellen Termin den zweiten großen Festtag, an dem Weihnachten gefeiert wird: Epiphanias – das Fest von der Erscheinung Christi – oft auch als Tag der Heiligen Drei Könige bezeichnet. Natürlich: der eigentliche Termin ist einen Tag später am 6. Januar; aber wir ziehen ihn einen Tag vor; nach der neuen Lese- und Predigtordnung ist dies ausdrücklich möglich. Und es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, Sonntag nach einem Festtag zu zählen, diesen Festtag aber gar nicht zu begehen. Also kommen bei uns schon morgen die Heiligen drei Könige an der Krippe an.

Am Heiligen Abend steht ja mehr im Vordergrund, dass Gott ein armes Menschenkind wird, das von den Hirten besucht wird. Das Epiphaniasfest bezeugt, wie Gottes strahlende Herrlichkeit in diese Welt kommt. Aus dem lokalen Geschehen in Bethlehem wird ein Ereignis von globaler Bedeutung. Und es sind die Könige, die diesen Glanz symbolisieren, ohne die Armut Gottes in dieser Welt durch das Kind im Stall zu leugnen.

Die Universalität Gottes wird zum einen durch die Geschichte von den Weisen, den Magiern, den Königen bezeugt (Matthäus 2,1-11). Aber auch die anderen Texte des Sonntags weiten unseren Blick: Aus dem Alten Testament gehören der Besuch der Königin aus Saba aus dem 1. Königebuch (1. Könige 10,1-13) und das Licht Gottes in der Dunkelheit der Völker aus Jesaja 60,1-2 dazu. Aus dem Neuen Testament ist es zum Beispiel der Predigttext in diesem Jahr aus dem Epheserbrief im 3. Kapitel (Epheser 3,1-7), der deutlich macht, dass Gottes Kommen in die Welt eine universale Auswirkung hat: Es ist dieses tiefe Geheimnis, das uns offenbart ist: dass auch die Heiden – also alle, die nicht zuvor jüdischen Glaubens waren – Miterben sind und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus. Also auch wir heute.

HERZLICHE EINLADUNG ZUM GOTTESDIENST:

  • in der Möllberger Kirche
  • mit Feier des Heiligen Abendmahls
  • um 10.00 Uhr
  • anschließend: Kirchenkaffee

Gottesdienst am 1. Sonntag nach Weihnachten (29.12.19

Genau in der Mitte zwischen den Weihnachtsfeiertagen und den Gottesdiensten zum Jahreswechsel liegt in diesem Jahr der 1. Sonntag nach Weihnachten. Neben dem Evangelium des Tages, nach dem Jesus von seinen Eltern zur Beschneidung in den Tempel gebracht wird und von Simeon und Hannah als Heiland erkannt wird (Lukas 2,22-40), steht als Brieflesung der Beginn des 1. Johannesbriefes (1. Johannes 1,1-4), in dem der Apostel (fast wie im Evangelium) den großen Bogen vom Anfang des Geschehens bis zur Verkündigung an die Gemeinde schlägt: Mit Weihnachten erscheint das Leben selbst unter uns!

In diesem Jahr ist der Gottesdienst am 1. Sonntag nach Weihnachten ein gemeinsamer Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinden Porta-Süd. Im Mittelpunkt der Predigt von Katharina Kenter-Töns wird am Sonntag des Paul Gerhardt-Lied „Ich steh an deiner Krippen hier“ stehen. Der Kirchenchor Holzhausen-Möllbergen und Jonathan Dräger an der Orgel gestalten den Gottesdienst musikalisch.

HERZLICHE EINLADUNG ZUM GOTTESDIENST:

  • in der Möllberger Kirche
  • um 10.00 Uhr
  • anschließend: Kirchenkaffee
  • anschließend: Büchertisch und Eine-Welt-Tisch