Liebe Schwestern und Brüder in Christus!
Es gibt Geschichten in der Bibel, die kennen viele Menschen in- und auswendig. Seit frühesten Kindheitstagen im Kindergottesdienst oder in der Schule hat man diese Geschichten gehört. Sie gehören irgendwie dazu, als hätten wir sie selber erlebt. Wenn sie dann wieder einmal vorkommen, macht es wohl schon beim ersten Satz ‚klick‘ und wir haben die ganze Geschichte vor unserem inneren Auge. Wie schön, wenn biblische Geschichten so vertraut sind.
Manchmal ist das aber auch schwierig, weil wir ja meinen, schon alles zu wissen. Dann hören wir gar nicht mehr so genau hin, denn es ist ja eh schon alles klar. Und ehe wir es uns versehen, haben wir dieses oder jenes, vielleicht sogar das Wichtigste gar nicht wahrgekommen, eben weil wir die Fassung aus der eigenen Kinderbibel vor 30, vierzig oder sechzig Jahren im Kopf haben.
Das Gleichnis, das heute als Predigttext vorgesehen ist, ist so eine ganz, ganz bekannte Geschichte. Wir hören gleich das Gleichnis vom „Verlorenen Sohn“ aus dem Lukasevangelium, im 15. Kapitel. Damit wir aber nicht nur das hören, was wir eh schon wissen, bitte ich Sie, drei Fragen mitzunehmen und aus dem Gehörten für sich zu beantworten: 1. Wer ist in dem Gleichnis der „Verlorene Sohn“? 2. Wer wäre ich wohl in dieser Geschichte? und 3. Welche Überschrift würden Sie dieser Geschichte ingesamt geben? (mehr …)
