• Predigt am 2. Sonntag nach Trinitatis – 13. Juni 2021 über Jona 3

    Lesung: Jona 3

    Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Der Heilige Geist segne unser Reden und Hören. Amen.
    Liebe Gemeinde!

    Was ist der Unterschied zwischen einer Vorladung und einer Einladung? Eine Vorladung kommt meistens per Einschreiben, sie verheißt nichts Gutes und macht genug ein mulmiges Gefühl: „Ich habe etwas falsch gemacht, bin vielleicht sogar angezeigt worden. Ich muss mich aus welchen Gründen auch immer rechtfertigen und verteidigen.“

    Eine Einladung dagegen kommt mit einer netten Aufmachung daher. So eine Einladung bekommen wir alle gerne, denn sie bedeutet in den allermeisten Fällen: Eine nette Zeit mit festlich-fröhlichem Anlass, um mit netten Leuten zusammen zu sein und das Leben zu genießen. Gerade in dem zurückliegenden Jahr, in dem solche Einladungen so selten gewesen sind, ist uns das ganz besonders bewusst geworden, wie wichtig sie sind und wie sehr uns solche Einladungen gefehlt haben.

    Manchmal hat eine Einladung allerdings auch einen traurigen Hintergrund: wenn es darum geht, dass das Leben eines Menschen oder eine schöne Sache zu Ende gegangen ist oder zu Ende geht. Aber auch bei diesen traurigen Anlässen stehen die Liebe zu dem verstorbenen Menschen oder das Schöne, was man mit der zu Ende gehenden Sache verbindet, im Mittelpunkt. Es ist wichtig, richtig und gut, Einladungen anzunehmen.

    „Gott lädt ein!“ – das steht als Überschrift über diesem Sonntag. Nun ist das mit der Einladung, die Jona dem Volk von Ninive überbringt, so eine Sache: „In 40 Tagen wird Ninive untergehen!“ Das ist keine Einladung! Das ist sogar schlimmer als eine Vorladung, denn das Urteil scheint schon festzustehen! Trotzdem haben die Menschen in der Hauptstadt der Welt, die Ninive damals gewesen ist, diese so fordernde Einladung angenommen.

    Vielleicht ist der Charakter dieser Einladung besser zu verstehen, wenn wir auf die 10 Gebote sehen, die mit ihren „Du sollst! Du sollst nicht!“ auch nicht wie eine Einladung wirken. Immer wieder hört man, dass im Christentum angeblich alles verboten sein, was Spaß macht. Trotzdem haben die 10 Gebote den Charakter einer Einladung: Gott lädt das Volk Israel am Berg Sinai ein, einen Bund mit ihm zu schließen für ein Leben im Land der Freiheit.

    Im Konfirmandenunterricht haben wir den Anfang der 10 Gebote immer wieder so formuliert: „Ich, Gott, lade dich ein zu einem Leben in Freiheit. Wenn Du diese Einladung annimmst, wirst du …“ Und dann kommen die 10 Aspekte menschlichen Lebens, die in den 10 Geboten behandelt werden: dann wirst du nicht töten, nicht ehebrechen, nicht begehren; dann wirst du Gottes Namen und den Feiertag heilighalten und Vater und Mutter ehren.

    „Gott lädt ein!“ Jona überbringt also die als Vorladung getarnte Einladung Gottes an die Menschen in Ninive. Die Erfolgsaussichten sind nach normalem Menschenverstand wohl eher gleich null: Wer rechnet damit, dass die Bewohner einer Weltstadt, die an andere Götter glauben, auf einen einzelnen Menschen hören, dessen Botschaft in einer Zumutung, in nur diesem einen Satz besteht: „Noch 40 Tage, dann wird Ninive untergehen.“

    Ich weiß nicht, ob das vorher Erlebte mit Jona etwas gemacht hat: die Flucht vor Gott, die Sturmfahrt im Schiff und das Versinken im Wasser, nachdem er über Bord geworfen worden war; die Tage im Bauch des Fisches aus dem fantastischen Teil der Geschichte. Ich weiß nicht, ob das etwas mit ihm gemacht hat; ob er nun etwas an sich hatte, dem man nicht widerstehen konnte. Wie sollte ein Einzelner sonst so eine Wirkung erzielen: dass das Leben der ganzen Stadt umgekrempelt wird. Es wird nichts von so etwas Besonderem berichtet. Jona tut einfach, was Gott ihm sagt und es funktioniert.

    Es ist eine Bewegung von unten: Die einfachen Menschen glauben der Ankündigung und rufen ein Fasten aus. Die Basis geht voran, wenn man es mit modernen Worten sagen will. Die Regierung in Person des Königs kommt erst am Ende dazu und fasst das in übersteigerte Worte, was die Menschen vorher schon einfach so getan haben: Sie hören die Botschaft und nehmen sie ernst; sie ziehen Konsequenzen statt den Kopf in den Sand zu stecken und wie bisher weiter zu machen, weil ja sowieso alles verloren wäre. Die Menschen von Ninive nehmen die Botschaft sogar so ernst, dass sie gegen ihr Schicksal glauben und damit schließlich erfolgreich sind. Sie hoffen, durch ihre Umkehr eben doch noch eine Umkehr Gottes zu bewirken, durch ihre Reue und Buße bei Gott Reue und Buße auszulösen und so noch einmal davon zu kommen. Und: So kommt es.

    Ende gut, alles gut. Damit könnte die Geschichte zu Ende sein. Sie sind noch einmal davon gekommen! Aber das wäre zu kurz gegriffen. Denn erstens gibt es im Buch des Propheten Jona noch ein viertes Kapitel, das nächste Woche dran ist; und zweitens steht der Bericht von der Wandlung Ninives ja nicht einfach so für sich selbst da, sondern ist eingebettet in die ganze große Geschichte Gottes mit den Menschen und damit auch in die Verkündigung Jesu und mit einer Botschaft an uns heute.

    Es ist schwer, Ninive und seinen König mit einer heutigen Stadt oder einem heutigen Land und seiner Regierung zu vergleichen: Los Angeles, Neu Delhi oder Kairo, Moskau oder Peking? Keine Stadt passt wirklich. Ninive war zwar das Zentrum der damaligen Welt, mehrere Tagesreisen groß; aber nichts Konkretes von der Stadt wird im Bericht erwähnt, sie bleibt eigentümlich farblos und konturlos. So könnte diese große Stadt Ninive im Jonabuch eher so etwas wie ein Platzhalter sein für das große Ganze der damaligen Menschheit.

    So kann in den Zeiten unserer globalisierten Welt Ninive auch für diese ganze heutige Welt als Adressat stehen. Und es sind nicht unbedingt 40 Tage, bis diese Welt untergehen könnte, aber das, was über den Zustand dieser Erde in 40 Jahren zu sagen ist, wird von kaum jemandem ernsthaft angezweifelt. Auch nicht, dass es ein „zu spät“ geben kann. Umdenken ist für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder und Enkel unbedingt nötig.

    Zwei Fragen stellen sich mir: Gibt es heute einen Jona, der die Menschen wach rütteln kann? Und wenn ja, würden die Menschen heute auf ihn hören? Die Gefährdung des menschlichen Lebens in einem absehbaren Zeitraum ist inzwischen unbestritten und es gibt viele, die dringend und intensiv warnen und mahnen. Jona gibt es auch heute: in vielfältiger Gestalt. Und es gibt inzwischen viele Menschen über alle Parteigrenzen hinweg, die diese Botschaft hören und sie ernst nehmen; es gibt inzwischen viele Menschen über alle Parteigrenzen hinweg, die Konsequenzen ziehen wollen, statt den Kopf in den Sand zu stecken, und – um eines kurzen Vorteils willen – wie bisher weiter zu machen, weil es ja doch immer noch gutgegangen wäre. Auch heute nehmen Menschen die Botschaft von Jona so ernst, dass sie gegen ihr Schicksal glauben und damit hoffentlich am Ende erfolgreich sind.

    Anders als die Menschen damals in Ninive müssen wir heute aber nicht den Sack anziehen und uns in die Asche setzten, um die Bereitschaft zur Umkehr sichtbar zu machen. Wir können und wir müssen vielmehr unser Verhalten in vielen Bereichen unseres Lebens ändern, wenn wir den Erfolg haben wollen, den die Niniviten damals auf die Predigt des Jona hin hatten: dass unsere Umkehr zu einem nachhaltigen und verantwortlichen Lebensstil eine Umkehr und eine Abkehr von der scheinbar unausweichlichen Zerstörung des Lebens – vor allem unseres menschlichen Lebens – möglich machen soll.

    „Gott lädt ein!“ – das steht als Überschrift über diesem Sonntag. Diese Einladung kommt in Form der Predigt von Jona zwar nicht schön verziert oder grafisch besonders gestaltet bei uns an; aber die Einladung, die wir heute von Jona bekommen, hat sowohl einen befreiend-aufrichtenden wie einen festlich-fröhlichen Charakter. Denn nach unserer Umkehr steht die Freude darüber im Mittelpunkt, dass wir die alten eingetretenen aber zukunftslosen Wege verlassen haben und neu beginnen konnten; dass sich so Himmel und Erde berühren konnten. Lassen auch wir uns – wie Jona – zu Boten der Umkehr machen, die zu einem Leben einladen, das weiter reicht als 40 Tage oder 40 Jahre. Die Kraft dazu bekommen wir von Jesus Christus, der uns dafür frisch machen will, der er spricht: „Ich will euch erquicken!“ Amen.

  • Predigt am 1. Sonntag nach Trinitatis – 6. Juni 2021 über Jona 1,1-2,2.11

    Schriftlesung und Predigt über Jona 1,1-2,2.11

    Lesung: Jona 1,1–3

    P: Liebe Gemeinde! Wie hätten wir wohl an der Stelle von Jona reagiert? Es ist ja keine Freudenbotschaft, die er da überbringen sollte. Dann wäre das bestimmt etwas anderes gewesen: Jemandem den Gewinn eines Lottojackpots mitzuteilen, das würden wir sicherlich sehr gerne machen; oder jemandem sagen: „Glückwunsch, du hast bestanden! Du hast eine Zwei oder sogar eine Eins geschrieben.“; oder: „Freue euch, ihr seid Eltern eines gesunden Kindes geworden!“
    Aber das soll Jona nun nicht tun. Er soll Ninive den Untergang ankündigen, weil die Stadt in den Augen Gottes so böse ist. Jona sollte im wahrsten Sinn des Wortes ein Untergangsprophet sein. Noch einmal: Was hätten wir an Jonas Stelle getan? Ganz viele Menschen wünschen sich in solchen Situationen nicht nur ganz weit weg, sie setzten diesen Wunsch dann auch wie Jona in die Tat um und verschwinden: entweder, indem sie wirklich weglaufen; oder indem sie in die innere Emigration gehen und so tun, als hätten sie nichts gesehen oder gehört. Von der Alternative singen wir:
    EG 361,1: „Befiehl du deine Wege“

    Lesung: Jona 1,4–7

    P: Jona macht eine Erfahrung, die wir Menschen auch immer wieder machen: Vor einer unangenehmen Aufgabe davon laufen und in die innere oder auch äußere Emigration gehen hilft nicht. Im Gegenteil: Nicht für den Adressaten – also die Menschen in Ninive – sondern für Jona selbst und die Schiffsbesatzung – die Menschen, die er durch seine Flucht in die ganze Angelegenheit mit hineinzieht, wird es immer schlimmer.
    Jona merkt davon zuerst nichts und schläft den Schlaf des scheinbar Gerechten, während um ihn herum alles aus den Fugen zu geraten scheint. Die Schiffsbesatzung sucht Rettung: zuerst mit ihrem Möglichkeiten, indem sie die Ladung über Bord werfen und dann bei denen, die das Schicksal der Menschen bestimmen – bei ihren Göttern.
    Und so problematisch die Suche per Los nach einem Schuldigen normalerweise ist, denn so etwas geht viel zu oft in die falsche Richtung los – dieses Mal trifft es den Richtigen. Wie reagiert Jona? Vertraut er Gott?
    EG 361,2: „Dem Herren musst du trauen“

    Lesung: Jona 1,8–13

    P: Die Schiffsleute fragen ihn nach dem Wer, Wie, Wohin und Warum. Ja: Wer ist Jona? Vielleicht ist ihm selbst das erst jetzt so richtig klar geworden, wer er wirklich war. Deutet sich in seiner Antwort an die Schiffsleute vielleicht sogar der erste Schritt hin zu einer Wandlung an? Jona kann zu sich und seinem Gott stehen; er muss gar nichts über seinen Beruf und seine Familie erzählen. Das Bekenntnis zu seinem Ursprung und zu seinem Gott reicht, um zu sagen, wer er ist: „Ich bin ein Hebräer und fürchte Adonai, den Gott des Himmels und der Erde.“
    Moment: Hat er das so gesagt? „Ich fürchte Gott“? Fast möchte ich es nicht glauben. Meine erste Reaktion ist: Dann hätte er doch nicht vor diesem Gott weglaufen dürfen! Und ich frage mich weiter: Will er nicht trotz dieses Bekenntnisses wieder diesem Gott davonlaufen: mit seinem Vorschlag, ihn über Bord zu werfen?
    Nach einiger Zeit aber denke ich: Vielleicht ist es gerade die Ferne von Gott, in die er sich selbst gebracht hat, die ihn jetzt erkennen lässt: „Ich gehöre zu diesem Gott, ich komme von ihm nicht los und so ungewiss mein Schicksal in diesem Sturm des Lebens auch sein mag, will ich mich doch seiner Treue und Gnade anvertrauen.“
    Wie dem auch sei. Jona sagt den Schiffsleuten: „Werft mich über Bord! Dann seid ihr wenigstens raus aus der Sache.“ Dass die das zunächst nicht tun, ehrt sie. Und es zeigt: Mit ihrer Suche nach dem Schuldigen durch das Los wollten sie nicht einfach nur einen Sündenbock haben, den man opfern könnte.
    EG 361,3: „Dein ewge Treu und Gnade“

    Lesung: Jona 1,14–2,1

    P: Noch einmal richtet sich der Blick auf die Schiffsbesatzung: Sie scheuen vor dem Opfer zurück. Sie wollen sich vergewissern, dass sie keinen Unschuldigen den Wellen preisgeben. Sie haben alles getan. Und Jona hat sich selbst das Urteil gesprochen – im Vertrauen auf Gott oder als neue Flucht? Was zuerst wie ein sicheres Todesurteil aussieht, wird durch Gott aufgefangen.
    Mit dem Fisch, der Jona verschlingt, beginnt der fantastische Teil der Jona-Erzählung, der etwas von der Verwandlung berichtet, die Jona nun durchmacht. Es sind zwar keine 40 Tage und Nächte, die Jona im Fischbauch verbringt, was an andere Wandlungsprozesse in der Bibel erinnern würde: bei Elia die Wanderung zum Gottesberg, die 40 Jahre des Volkes Israel auf der Wüstenwanderung. Aber mit drei Tagen und drei Nächten wird ein Zeitraum genannt, der seine ganz eigene Tiefe hat. Nicht umsonst ist es der dritte Tag, an dem Jesus aus dem Reich des Todes auferstehen wird. Es ist jedenfalls genug, dass Gott mit seinem Weg ans Ziel kommt, wie es bei Paul Gerhardt heißt:
    EG 361,5: Und ob gleich alle Teufel

    Lesung: Jona 2,2.11

    P: So treffen wir Jona im Bauch des Fisches wieder: Ganz gleich, ob es Vertrauen in Gottes Hilfe oder eine erneute Flucht war, die ihn zu dem Vorschlag bewogen hat: „Werft mich ins Meer!“ Jetzt hat er genügend Zeit, über sich und seine Situation nachzudenken. Jona begegnet im Bauch des Fisches zunächst sich selbst: sich selbst und seinem Leben, seinem Davonlaufen. Solche Begegnungen sind nicht einfach und schön, denn sie zeigen uns nicht unsere Sonnenseiten, sondern schonungslos die Seiten an uns, die wir so gerne verstecken wollen. Die Wogen und Wellen über Jona, das Schilf, das ihn bedeckt, und schließlich die Riegel der Erde, die sich über ihm schließen – alles, von dem Jona in seinem Psalm erzählt – es sind Bilder über die Fesseln, die gefangen halten: das, was in seinem und in unserem tiefsten Innern verborgen ist und Macht über uns hat.
    In den drei Tagen im Bauch des Fisches erfährt Jona eine heilsame Begegnung mit sich selbst. Auch wir haben in unserem Leben immer wieder solche Möglichkeiten, zu diesen heilsamen Begegnungen mit uns selbst zu kommen, die uns Klarheit über uns und unsere Situation, über unser Verhältnis zu Gott bringen.
    Jona schließlich findet sich an einem Strand wieder; ausgespuckt von dem Fisch – es sieht aus wie das Bild einer Geburt, die einen neuen Anfang und neues Leben ermöglicht. Ja: Alles ist auf Null gestellt und Jona kann noch einmal neu anfangen – mit sich und seinem Leben und mit Gott; aber es ist nicht mehr derselbe Jona wie zuvor, der einfach meinte, weglaufen zu können.
    Am Anfang stand für Jona das Wort Gottes und damit Gottes Auftrag. Am Anfang stand auch für uns das Wort Gottes und damit Gottes Auftrag. Was tun wir? Nicht an Jonas Stelle, sondern weil wir es sind, die gerufen sind: in unserer Taufe durch den heiligen Geist. Was tun wir? Amen.
    EG 361,6-7: „Hoff, o du arme Seele“

  • Gottesdienste Openair und per Video zum 2. Sonntag nach Trinitatis am 13. Juni 2021

    Präsenz-Gottesdienst am 13. Juni 2021:

    10.00 Uhr Gottesdienst unter freiem Himmel in Holtrup (am Pfarrhaus) mit dem 2. Teil der Predigtreihe zum Propheten Jona
    11.00 Uhr Gottesdienst unter freiem Himmel in Holzhausen (neben der Kirche)

    Bei den Gottesdienste unter freiem Himmel sind folgende Auflagen zu beachten:

    Es ist jeweils eine Anmeldung erforderlich.

    Die weitere Auflagen:

    • Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist begrenzt.
    • Es stehen nur markierte Plätze zur Verfügung.
    • Alle müssen sich mit Namen und Adresse in die ausliegenden Karten eintragen, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Der Datenschutz ist gewährleistet, nach 4 Wochen werden die Karten datensicher vernichtet.
    • Es muss immer ausreichender Abstand gehalten werden.
    • Vor dem Betreten des Gottesdienstgeländes sind die Hände zu desinfizieren.
    • Es ist grundsätzlich vor, während und nach dem Gottesdienst ein Mund- und Nasen-Schutz zu tragen.
    • Gemeindegesang ist derzeit mit Maske erlaubt.
    • Vorerst findet kein Kindergottesdienst statt.
    • Vorerst findet kein Kirchenkaffee statt.

    Video-Gottesdienst aus Eisbergen

    Neben den Präsenz-Gottesdiensten unter freiem Himmel gibt es auch noch bis Ende Juni die Video-Gottesdienste. Der Video-Gottesdienst zum 2. Sonntag nach Trinitatis kommt aus Lohfeld und hat am 13. Juni 2021 um 10.00 Uhr Premiere. Direkt bei Youtube auf https://youtu.be/1OEiqA1QU0Q

    Zur Kollekte:

    Ihre Kollekte ist für die Diakonie in Deutschland bestimmt. Bitte nutzen Sie für die Kollekte die Seite https://www.kollekte-online.de/

  • Gottesdienste Openair und per Video zum 1. Sonntag nach Trinitatis am 6. Juni 2021

    Präsenz-Gottesdienst am 6. Juni 2021:

    10.00 Uhr Gottesdienst unter freiem Himmel in Möllbergen (hinter der Kirche)
    11.00 Uhr Gottesdienst unter freiem Himmel in Holzhausen (neben der Kirche)

    Bei den Gottesdienste unter freiem Himmel sind folgende Auflagen zu beachten:

    Es ist jeweils eine Anmeldung erforderlich.

    Die weitere Auflagen:

    • Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist begrenzt.
    • Es stehen nur markierte Plätze zur Verfügung.
    • Alle müssen sich mit Namen und Adresse in die ausliegenden Karten eintragen, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Der Datenschutz ist gewährleistet, nach 4 Wochen werden die Karten datensicher vernichtet.
    • Es muss immer ausreichender Abstand gehalten werden.
    • Vor dem Betreten des Gottesdienstgeländes sind die Hände zu desinfizieren.
    • Es ist grundsätzlich vor, während und nach dem Gottesdienst ein Mund- und Nasen-Schutz zu tragen.
    • Gemeindegesang ist derzeit mit Maske erlaubt.
    • Vorerst findet kein Kindergottesdienst statt.
    • Vorerst findet kein Kirchenkaffee statt.

    Video-Gottesdienst aus Eisbergen

    Neben den Präsenz-Gottesdiensten unter freiem Himmel gibt es auch noch bis Ende Juni die Video-Gottesdienste. Der Video-Gottesdienst zum 1. Sonntag nach Trinitatis kommt aus Eisbergen und hat am 6. Juni 2021 um 10.00 Uhr Premiere. Direkt bei Youtube auf https://youtu.be/he5JoTSsSiI

    Zur Kollekte:

    Ihre Kollekte ist für unseren Gemeindebrief bestimmt. Bitte überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto der Kirchengemeinde:
    KG Holzhausen u. Holtrup a.d. Porta
    IBAN: DE 80 3506 0190 2007 2370 25
    BIC: GENO DE D1DK D
    Verwendungszweck (wichtig!):
    Kollekte 6.6.2021 Gemeindebrief Holzhausen+Holtrup

  • Predigt zum Fest Trinitatis am 30. Juni 2021 zu Johannes 3,1-8

    „Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum?“ Das Titellied der Sesamstraße bringt nicht nur die Fragen der Kinder auf den Punkt. Wie vieles gibt es in unserem Leben, das wir nicht verstehen! Wie vieles bleibt uns rätselhaft! Menschen suchen Lösungen für unsere Fragen, Lösungen für die Rätsel, die uns alle beschäftigen.

    In diesen Tagen war und ist die große Frage, wie die Coronapandemie in den Griff zu bekommen ist. Weltweit haben unzählige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich dieses Rätsels angenommen und inzwischen mit ihren Impfstoffen einen Teil dieses Rätsels gelöst. Einen Teil – denn es bleibt noch viel zu tun.

    So führt der Forschergeist der Menschen dazu, dass bei Krankheiten geholfen werden kann, gegen die früher noch nicht einmal ein Kraut gewachsen war. Und so ist das auch in vielen anderen Bereichen unseres Lebens, wo Forscherinnen und Tüftler die Rätsel gelöst haben, aus denen unsere Welt besteht: vom ganz kleinen in den Atomen bis zur Entstehung des Universums im Großen.

    Neben den Rätseln dieser Welt, die wir mit mehr oder weniger viel Denken und Forschen lösen können, gibt es aber noch anders, was mit diesen wissenschaftlichen Methoden nicht wirklich zu erfassen ist. Ich habe das vor Augen, was kein Rätsel, sondern ein Geheimnis ist. Geheimnisse können nämlich nicht erforscht werden. An Geheimnissen bekommen wir Anteil, sie werden uns eröffnet.

    „Mama, Papa, ich verrate euch ein Geheimnis!“ Dieses Geheimnis eines kleinen Kindes wird kein Wissenschaftler erfahren, nur die Eltern werden mit in dieses Geheimnis hinein genommen.
    „Ich liebe dich!“ – Warum ein Mensch den anderen liebt – das bleibt ein Geheimnis. Das wissen die beiden oft genug selbst nicht. Sie haben es aber für sich entdeckt, sie haben sich füreinander geöffnet und sich Anteil aneinander gegeben.

    Wie die Liebe zwischen zwei Menschen ein Geheimnis ist, so ist auch das ein Geheimnis, was wir Gott nennen. Das hat Nikodemus gespürt. Von seinem Gespräch mit Jesus haben wir eben gehört. Nikodemus erhofft sich von Jeus Klarheit darüber, wie das mit Gott und mit Jesus ist. Und er kommt in der Nacht, also zu einer Tageszeit, die für das Geheimnisvolle in unserem Leben reserviert ist.

    Nikodemus hat das Sichtbare vor Augen: Was Jesus tut und wie er es tut. Jesus sagt ihm: „Solange du mit deinen menschlichen Augen auf das siehst, was ich tue, wirst du nicht weiter kommen. Denn die Sache mit Gott ist ein Geheimnis. Dafür musst du neu geboren werden.“
    Neu geboren werden, das heißt: Anteil bekommen und hinein genommen werden in dieses Geheimnis von Gott. Und wie bei der Liebe auch, besteht das Geheimnis, das wir Gott nennen, aus Beziehung. Der Anfang dieser Beziehung ist die Taufe: durch Wasser und Geist. In ihr nimmt uns Gott hinein in sein geheimnisvolles Wesen, in der Taufe gibt uns Gott Anteil an sich selbst.

    Anteil an sich selbst: Wir können in Zeichen und Bildern von diesem Geheimnis sprechen: mit der Pseudo-Rechenformel „1 plus 1 plus 1 ist gleich 1“; mit Zeitbegriffen wie „gestern – heute – morgen“; oder mit Zustandsbeschreibungen wie „Eis – Wasser – Dampf“. Die Theologie kann ganz vieles über den Glauben sagen und darüber, wie wir Gott denken können. Aber was und wie Gott wirklich ist, das lässt sich wissenschaftlich nicht fassen.

    Schon Jesus erklärt es Nikodemus mit einem Bild: So sehr wir den Wind spüren können, so wenig ist er zu fangen und zu fassen. So wenig der Geist Gottes machbar und verfügbar ist, so sehr können wir aber sehen, was aus ihm erwächst: Angst schwindet und Freude zieht ein, Menschen überwinden Grenzen und finden zueinander.

    „Was vom Menschen geboren wird, ist ein Menschenkind. Was vom Geist geboren wird, ist ein Kind des Geistes.“ Jesus sagt uns mit diesen Worten: So schwer es sein mag, dass wir nicht genau sagen können, wie das mit Gott als Vater und Sohn und Geist ist, so schön ist es, dass Gott uns in dieses Geheimnis eröffnet und uns in dieses Geheimnis hinein nehmen will.

    Lassen wir Gottes Geist wehen und in uns wirken; lassen wir Jesus nahe an uns herankommen in den Menschen, die er uns an die Seite stellt; lassen wir den Schöpfer unser Leben tragen. Lassen wir uns so hineinnehmen in Gottes Geheimnis und so sein Reich sehen und erfahren. Amen.